Auszüge aus der Trauerrede zum Ableben von Generalleutnant a.D. Karl Kleinjung anlässlich der Urnenbeisetzung am 06.03.2003 auf dem Zentralfriedhof Berlin-Friedrichsfelde, gehalten von Generalleutnant a.D. Manfred Dietze
...
Am 20. Februar 2003, kurz vor Vollendung seines 91. Lebensjahres, ist
Generalleutnant a. D. Karl Kleinjung, langjähriger Leiter der Hauptabteilung I
(Militärabwehr) des Ministeriums für Staatssicherheit der Deutschen
Demokratischen Republik, verstorben.
Das
Kämpferherz eines aufrechten Antifaschisten, Interbrigadisten, Partisanen und
Tschekisten hat aufgehört zu schlagen.
Mit
Karl Kleinjung verstarb ein Kommunist, ein Patriot und Internationalist der aus
tiefster Überzeugung sein Leben in den Dienst für Sozialismus und Frieden
stellte. Er wollte, dass die Menschen in sozialer Sicherheit, in Geborgenheit
und Würde leben und arbeiten.
Dafür
ging er mit gutem Beispiel voran, setzte er seine ganze Kraft und sein Leben
ein. Diesen Idealen fühlte er sich bis zuletzt verpflichtet ....
Karls Lebensweg war der eines Arbeitersohnes, wie
ihn viele seiner Generation gegangen sind, deren Herz links schlug, die sich
gegen Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg, für ein menschenwürdiges Leben
organisierten, Verfolgungen auf sich nahmen und sich selbst niemals schonten.
Vor Jahren schrieb ein "Iswestija"-Korrespondent
in einem Porträt über Karl Kleinjung:
"Sein Leben ist so reich an Ereignissen, daß es
sicherlich für das Leben zehn anderer gereicht hätte."
Karl wurde am 11. März 1912
in einer Arbeiterfamilie in Remscheid geboren.
Er wuchs in einem Viertel der Industriestadt im
Bergischen Land auf, das - ob seiner mehrheitlich KPD wählenden Bewohner -
einst "Klein-Moskau" genannt wurde.
Die sogenannten "goldenen" 20er Jahre
verliefen für Karl nach seiner Schulentlassung so "golden" daß er weder Lehrstelle noch
Arbeit fand. Mit Gelegenheitsarbeiten verdiente er sich ein paar Pfennige,
bekam dann einen Ausbildungsplatz als Friseur und nach dem Lehrabschluß prompt
die Entlassungspapiere. Karl sagte später über diese Jahre "der
Kapitalismus zog sich seine schärfsten Widersacher selbst heran" .
In dieser Zeit lernte er den auch aus Remscheid
stammenden kommunistischen Jugend-Funktionär Artur Becker kennen. 1929 -
mit 17 Jahren - wurde Karl Mitglied im KJVD, dem Kommunistischen
Jugendverband Deutschlands.
Bereits ein Jahr später - 1930 - gehörte
er zum Roten Frontkämpferbund, der Schutzorganisation der KPD, und wurde im
Remscheider Stadtteil Vieringhausen Politischer Leiter im RFB.
Mit seiner RFB-Gruppe hat er wiederholt und
oft "handgreiflich" dafür Sorge tragen müssen, dass die braunen
Sturmabteilungen in diesem Arbeiterviertel nichts zu melden hatten.
Nachdem er 19jährig 1931 Mitglied der KPD geworden
war und auch wegen seines unerschrockenen und beispielhaften Vorangehens in den
offenen und harten Auseinandersetzungen mit den faschistischen Horden, stand
Karl bei den SA-Sturmabteilungen ganz oben auf der Festnahmeliste.
Am 5. März 1933, dem Tag der Reichstagswahlen, mußte
Karl - wie viele andere seiner Kampfgefährten - Deutschland
verlassen. Im Auftrag der Partei ging er zunächst nach Holland und Belgien in
die Illegalität. Dort wurde er in der Abschnittsleitung "West" des
illegal wirkenden Parteiapparates der KPD als Verbindungsmann und Kurier
eingesetzt. Auch in dieser gefahrvollen konspirativen Tätigkeit handelte Karl
zuverlässig und ohne sich selbst zu schonen.
1936, nach dem Putsch der Faschisten gegen die legal
gewählte Volksfrontregierung in Spanien, gehörte Karl Kleinjung zu den ersten
Freiwilligen, die der Republik Spanien im Kampf gegen die Faschisten zu Hilfe
eilten.
In Albacete, der Basis der Internationalen Brigaden,
wird Karl Mitte November 1936 Angehöriger des ersten Bataillons der Xl.
Brigade, daß unter dem Namen "Rache für Etkar Andre" kämpfte.
Etkar Andre war erst wenige Tage zuvor in Hamburg
als KPD- und RFB-Funktionär von brutalen Nazihorden ermordet
worden.
Karl sammelte an den Fronten in Spanien erste
Erfahrungen und bewährte sich im Kampf gegen die spanischen, deutschen und
italienischen Faschisten.
Anfang 1937 meldete er sich freiwillig zur
Partisanenausbildung.
Hier trifft er auf sowjetische Militärberater und
Spezialisten, die danach einen gewichtigen Einfluß auf sein gesamtes weiteres
klassenkämpferisches Leben nehmen sollten.
Nach seiner Partisanen-Ausbildung kämpfte Karl
an der Seite weiterer Genossen, im Hinterland der Faschisten.
Von den Partisanen wurden faschistische Zufahrtswege
zur Front unpassierbar gemacht, Waffen und Munitionslager erkundet, gesprengt
oder anderweitig vernichtet. Unerschrocken, mit hohem persönlichen Einsatz
bereitete Karl an der Seite seiner Kampfgefährten den Faschisten manche
Niederlage.
Mit den sowjetischen Aufklärern und Partisanen, den
späteren bekannten Partisanenkommandeuren sowie Abwehr- und Aufklärungsoffizieren
Leonid Eitington, Jan Osel, Kyrill Orlowski oder Stanislaw Waupschassow,
gehörte Karl mit zu jenen Interbrigadisten, die Spanien 1939 in Richtung
Sowjetunion verließen.
Dort angekommen, arbeitete Karl zunächst als
Schlosser Automobilwerk von Gorki.
Hier erlebt er auch die folgenschwere Nacht zum 22.
Juni 1941, als das faschistische Deutschland heimtückisch die Sowjetunion
überfiel.
Gleich am nächsten Morgen meldete er sich freiwillig
zur Roten Armee, um den deutschen Okkupanten mit der Waffe in der Hand
entgegenzutreten und nunmehr dem Sowjetvolk im Kampf gegen die faschistischen
Eroberer zu Hilfe zu eilen.
Doch die sowjetischen Kampfgefährten. aus den
spanischen Jahren haben mit ihm besondere Pläne. Karl soll sich vorbereiten für
den Einsatz hinter den deutschen Frontlinien. Damit einverstanden, wird er
sofort auf eine Partisanenschule in der Nähe von Moskau delegiert. Hier erhält
er eine Ausbildung im Fallschirmspringen, im Funken und auf anderen Gebieten
der konspirativen Arbeit im Hinterland des Feindes. Er lernt die
verschiedensten Waffenumgangsarten kennen und beherrschen ...
Wie Recht hat der
"Iswestija"-Korrespondent, als er hervorhob, Karl Kleinjungs Leben
sei reich an Ereignissen gewesen, die für das Leben zehn anderer gereicht
hätten.
Man schrieb das Kriegsjahr 1943. Karl war inzwischen
30 Jahre alt, als er mit einem äußerst gefahrvollem Einsatz hinter der
Frontlinie beauftragt wurde.
In den okkupierten Gebieten der Sowjetunion hatten
sich die Gestapo und die SS, der SD und andere faschistische Organe
breitgemacht. Sie sollten den Widerstand der Sowjetmenschen mit allen Mitteln
brechen.
In den Folterkellern herrschte Hochbetrieb.
Standgerichte und Erschießungskommandos der Faschisten mordeten Tag und Nacht.
Hauptverantwortlich für alle Bluttaten in diesem
Gebiet war der seit 1941 von Hitler eingesetzte Reichskommissar für
Bjelorußland, Wilhelm Kube.
Bereits Ende Juli 1942 hatten die Okkupanten im
Minsker Ghetto vier Tage lang gehaust und über 25 000 Menschen ermordet.
Nach dem Sieg der Roten
Armee in der Stalingrader Schlacht wurde von den Faschisten über Minsk der
Belagerungszustand verhängt. Sie bereiteten eine Vergeltungsaktion gegen die
Zivilbevölkerung unter
dem Decknamen
"Laubfall" vor, mit der Hunderttausende Sowjetbürger umgebracht
weiden sollten.
Gegenüber anderen SS-Größen prahlte besagter
Kube: "Es soll so sein, daß allein die Erwähnung meines Namens bei jedem
Russen oder Bjelorussen ein Zittern hervorruft, daß ihnen das Hirn erstarrt,
wenn sie den Namen Wilhelm Kube hören".
In
seinen Erinnerungen schreibt Karl:
"Im Februar 1943 erhielt ich von der
Dienststelle des Generals Sudoplatow und seines Stellvertreters Edington der
Partisanendirektion des NKWD der UdSSR eine Aufgabe, die für mich die
schwierigste, komplizierteste und gefährlichste war, die mir im Kampf gegen den
deutschen Faschismus gestellt wurde. Der Auftrag lautete: Ausschaltung des
Generalkommissars von Bjelorußland, Wilhelm Kube.
Das Urteil des belorussischen Volkes war einhellig:
Tod dem Henker Wilhelm Kube.
Am 23. September 1943 konnte die Partisanen-Gruppe
den Vollzug ihres Auftrages nach Moskau melden."
Ein Jahr später, Karl ist erneut im Einsatz.
Die sowjetische Abwehr führte unter dem Decknamen
"Beresina" in den Wäldern von Bjelorußland eine ihrer größten und
erfolgreichsten Täuschungsaktionen gegen die faschistische Armee durch.
Über acht Monate, bis zum letzten Tag des
faschistischen Raubkrieges halten die Deutschen mit einer angeblich 2000 Mann
starken Wehrmachtseinheit - die aber längst in sowjetischer
Gefangenschaft war - über Funk eine vermeintliche stabile Verbindung
aufrecht.
Unter Leitung des berüchtigten Gestapomannes und SS-Verbrechers
Skorzeny werden Faschisten zur Unterstützung der angeblich Eingeschlossenen mit
dem Fallschirm abgesetzt. Sie werden sofort von den sowjetischen Partisanen in
Empfang genommen. Der sowjetischen Seite gelingt es, manche Desinformation von
strategischer Bedeutung mittels der vorgetäuschten Funkverbindung an Skorzeny
zu übermitteln.
Was die deutsche Seite nicht wußte: Die
eingeschlossene und Hilfe erwartende Wehrmachtsformation war in Wirklichkeit
eine Einheit sowjetischer Partisanen.
Der deutsche Generalstab und seine Geheimdienste
wurden erfolgreich in die Irre geführt, was nicht zuletzt mit zum Sieg über die
faschistischen Eroberer beitrug.
Von sowjetischen
Militärhistorikern wurde eingeschätzt, daß die "Beresina-Aktion" das
erfolgreichste Funktäuschungsmanöver des 2. Weltkrieges war.
Und Karl Kleinjung war daran von Anfang an
maßgeblich mit beteiligt.
Deshalb konnte Karl auch zurecht stolz sein, als er
vom Obersten Sowjet als einziger deutscher Partisan gemeinsam mit sowjetischen
Kampfgefährten für den 2. September 1944 zu einer Auszeichnungsveranstaltung
nach Moskau in den Kreml eingeladen wurde.
Aus den Händen des Vorsitzenden des Präsidiums des
Obersten Sowjets, Michail Kalinin, erhielt Karl Kleinjung den "Orden des
Vaterländischen Krieges 1. Stufe". Für "Towarischtsch Karl" ,
den tapferen deutschen Antifaschisten und Kommunisten, brandete im Swerdlow-Saal
Beifall auf, gab es dankbaren Händedruck.
Im Februar 1946, nach 13
Jahren betrat Karl wieder deutschen Boden ...
Karl stellte sich in Berlin sofort der Parteiführung
der KPD zur Verfügung, um am antifaschistisch-demokratischen Neuaufbau in
der damaligen Ostzone aktiv mitzuwirken.
Zu erst in Nordhausen als Kreispolizeidirektor,
später als Leiter des Grenzbereiches 1 der neugebildeten Grenzpolizei von
Ilsenburg mit Sitz in Mühlhausen tat er sich erneut als Aktivist der ersten
Stunde nunmehr beim Schutz der noch jungen Friedensordnung im Osten
Deutschlands hervor.
Nachdem Karl kurze Zeit als stellv. Leiter der
Landesbehörde der Deutschen Volkspolizei in Thüringen arbeitete, wurde er im
Dezember 1948 als Leiter der Landesbehörde der DVP für Mecklenburg in Schwerin
eingesetzt.
So. wie es historisch gerechtfertigt war, mit der
Gründung. der Deutschen Demokratischen Republik das Vermächtnis der
sowjetischen Befreier und deutschen antifaschistischen Widerstandskämpfer, also
auch Karl Kleinjungs zu erfüllen, so notwendig war es, dieses beginnende
Aufbauwerk vor den Gegnern, den kapitalistischen Restauratoren zu schützen.
Am 8. Februar 1950 wurde durch Beschluss der
Volkskammer der DDR das Ministerium für Staatssicherheit gebildet.
Bewährte Antifaschisten, Interbrigadisten,
Widerstandskämpfer, Partisanen und verfolgte aufrechte Patrioten gehörten zur
Gründergeneration des MfS. Darunter auch Karl Kleinjung, der zu dieser Zeit
eine sowjetische Militärakademie abgeschlossen hatte.
Zunächst als Leiter der Verwaltung des MfS für
Berlin eingesetzt, wurde Karl im September 1951 Leiter der MfS-Objektverwaltung
"Wismut".
Mit Wirkung vom 1. Juli 1955 wurde Karl Kleinjung
Leiter der Hauptabteilung I (Militärabwehr) im MfS Berlin. In dieser
verantwortungsvollen Funktion wirkte er bis 1981, bis zu seiner Entlassung aus
dem aktiven Dienst als Generalleutnant.
Seinen Lebensidealen treu bleibend, erfüllte Karl in
allen Dienststellungen die an ihn gerichteten Aufgaben. Er stellte sich auch in
der DDR mit seiner ganzen Person und seinen Lebenserfahrungen in den Dienst der
Partei der Arbeiterklasse.
Unter seiner Leitung haben sich die ihm
unterstellten Diensteinheiten des MfS als Abwehrorgane zum Schutze der
sozialistischen Ordnung und des friedlichen Lebens der Bürger entwickelt.
Karl Kleinjung genoß bei den Mitarbeitern der
Hauptabteilung I und des MfS insgesamt, aber auch bei den Angehörigen der
Nationalen Volksarmee und der Grenztruppen der DDR großes Ansehen und eine hohe
Autorität. Das sowohl wegen seiner großen Lebens- und
Kampferfahrungen, seiner Treue zum Marxismus-Leninismus, seiner
Parteilichkeit und Prinzipienfestigkeit, als auch wegen seines Pflicht- und
Verantwortungsbewußtseins, seiner Arbeitsmoral und eisernen Disziplin, wie auch
wegen seiner Ehrlichkeit und Bescheidenheit.
Wenn wir heute von Karl Abschied nehmen, dann
erinnern wir uns, die wir ihn aus gemeinsamer angestrengter Arbeit kennen und
schätzen, gerade auch an seinen Lebensoptimismus, an seine Fähigkeit, uns
mitzureißen, für unsere gerechte Sache zu begeistern.
Karl beendete keine Zusammenkunft mit den Genossen,
ohne daß gesungen wurde. Auch hier gab unser Karl immer den Ton an. Er sang
sehr gern und konnte nicht nur gut singen, er hatte ein schier unerschöpfliches
Reservoir an russischen, sowjetischen, spanischen und deutschen Liedern,
beherrschte die Texte und stimmte immer wieder den Gesang an.
Die Ausbildung und Erziehung mehrerer Generationen
junger Mitarbeiter der Hauptabteilung I sind mit seinem Namen verbunden. Er war
ein wirklicher Freund der Jugend, half den jungen Angehörigen, wenn sie
Unterstützung brauchten, bei der Lösung so mancher persönlicher Sorgen und
Probleme, die die angestrengte politisch-operative Arbeit im MfS
zwangsläufig mit sich brachte.
Mit den Worten Felix Dzierzynskis hat er uns in
vielen Dienstbesprechungen immer wieder ins Gewissen geredet:
"Tschekist sein kann nur ein Mensch mit kühlem
Kopf, heißem Herzen und sauberen Händen. Er muß klar wie ein Kristall
sein!"
Als Karl Kleinjung am 1. Juli 1981 vom Minister für
Staatssicherheit, Erich Mielke aus dem aktiven Dienst des MfS verabschiedet
wurde, begab sich Karl wahrlich nicht in den verdienten Ruhestand.
Noch viele Jahre danach blieb er aktiv, hielt er
Vorträge über seine reichen Lebens- und Kampferfahrungen, unterstützte er
engagiert die politische Erziehungsarbeit in den Diensteinheiten des MfS. Hohes
Ansehen und Verehrung wurde ihm durch die Mehrheit der Soldaten, Unterführer
und Offiziere des Wachregiments "Felix Edmundowitsch Dzierzynski"
entgegen gebracht.
Für seine Verdienste und seine Arbeit wurde Karl
Kleinjung von der SED- und Staatsführung der DDR hoch geehrt, so mit
dem ",Karl-Marx-Orden"
dem "Vaterländischen
Verdienstorden",
dem
"Scharnhorst-Orden"
dem Ehrentitel "Held
der Arbeit",
und dem "Orden für
Verdienste um Volk und Vaterland'.
Sein persönlicher Beitrag
für den Schutz der Sowjetunion und für die Zusammenarbeit zwischen den sozialistischen
Staatssicherheitsorganen beider Länder wurde auch von sowjetischer Seite mit
hohen Auszeichnungen und Ehrungen gewürdigt, so mit dem
"Rotbannerorden".
Mit Stolz nahm Karl 1996 während eines Besuchs
deutscher Interbrigadisten in Spanien die Ehrenstaatsbürgerschaft der Republik
Spanien entgegen.
Der Niedergang und der Zerfall der UdSSR, für die er
sich selbstlos eingesetzt hatte, haben ihn zutiefst erschüttert.
Auch die Niederlage des Sozialismus in den
Warschauer Vertragsstaaten und im Besonderen in der DDR hinterließ bei ihm
tiefe Spuren.
Auch Karl Kleinjung, der deutsche Patriot und
Internationalist, war nach dem Sieg der Konterrevolution persönlichen
Verleumdungen, Hetze und Lügen ausgesetzt. Von Rache geleitet, wurde auch ihm
die mehr als verdiente VdN-Rente widerrechtlich gestrichen, mußte auch er
das Rentenstrafrecht über sich ergehen lassen.
Karl lebte in voller Übereinstimmung mit vielen
Kampfgefährten und mit all jenen Menschen, die sich mit "Kopf hoch und
nicht die Hände!" den Erfordernissen der Gegenwart und unverzagt einer
sozialistischen und friedlichen Zukunft stellen.
Karl bezeichnete es als besonders tragisch und
verhängnisvoll, daß gerade jetzt die linken Kräfte in Deutschland erneut
zerstritten und gespalten sind und es an einer einheitlich handelnden Partei
unter Führung von wahren Marxisten-Leninisten fehlt.
Karl hat nie ein Hehl daraus gemacht: Die
Vereinigung der KPD und SPD zur SED 1946 und der Aufbau des Sozialismus in der
DDR - trotz begangener Fehler - ist die bisher größte Errungenschaft der
revolutionären deutschen Arbeiterbewegung. Und das ist und bleibt auch ein
großes Verdienst des Kommunisten Karl Kleinjung...
Hochverehrter Genosse Karl,
ich
versichere Dir im Namen der Deinen, der unserer Sache Treuen, daß wir Dein
Leben und Deinen Kampf stets in Ehren halten werden. Wir geloben Dir, unserer
Überzeugung getreu, unbeirrbar weiter für Sozialismus und Frieden zu wirken,
den Lügen und dem Haß unserer Feinde die Stirn zu bieten und der Wahrheit und
Gerechtigkeit zu dienen.
Wenn
wir auch heute von Dir Abschied nehmen müssen, in unserem Herzen und
Erinnerungen wirst Du weiter leben, werden wir alles tun, damit auch
nachfolgende Generationen sich deines Kampfes und deiner Ideale bewußt werden.
Erfüllen
wir im aufrechten Gang durch die von Anfeindungen geprägte Zeit das Vermächtnis
des Kommunisten Karl Kleinjung.