Berliner Alternatives
Geschichtsforum
Erklärung zum 50.
Jahrestag des 17. Juni 1953
Politiker,
Historiker und Zeitzeugen stellen die Ereignisse in der DDR im Juni 1953
äußerst unterschiedlich dar und interpretieren sie je nach ihrem politischen
Standpunkt. Im Mittelpunkt des Meinungsstreits steht die Frage: Welchen
Charakter hatten die Demonstrationen und anderen Aktionen im Ostteil Berlins
und in Städten der DDR, die den ostdeutschen Staat dreieinhalb Jahre nach
seiner Gründung heftig erschütterten? Politiker und Historiker westlicher
Prägung sprechen von einem "Arbeiteraufstand" oder gar
"Volksaufstand" gegen das "kommunistische Regime". Dagegen
setzte die DDR-Führung sofort die These vom abgewehrten
"faschistischen Putsch".
Beide
Charakteristiken sind aus heutiger Sicht unzutreffend.
Eine objektive Betrachtung der 50 Jahre
zurückliegenden Ereignisse erfordert anzuerkennen:
Erstens: Die Demonstranten und Streikenden gingen
anfänglich für legitime Forderungen auf die Straße. Ungewollt fanden sie bei
antisozialistischen Kräften Unterstützung.
Zweitens: Die westdeutschen und Westberliner
Kräfte, darunter Medien, mischten sich völkerrechtswidrig in die damaligen
inneren Auseinandersetzungen in der DDR ein. Sie leitete das
konterrevolutionäre Bestreben, den jungen sozialistischen Staat zu beseitigen.
Drittens: Jene DDR-Bürger, die ihren Staat
und die neue, im Ergebnis des 2. Weltkrieges in der DDR geschaffene
antifaschistisch-demokratische Ordnung erfolgreich gegen den Versuch
verteidigten, dort die Vorherrschaft kapitalistischer Eigentums- und
Machtverhältnisse wiederherzustellen, handelten verfassungstreu und legitim.
Die im Berliner Alternativen
Geschichtsforum mitwirkenden Historiker und Zeitzeugen stellen fest:
1.
Die
Entwicklung in der DDR bis zum Sommer 1953 war untrennbar in die damalige
internationale Lage eingebettet, vom Kalten Krieg, den Auseinandersetzungen
zwischen kapitalistischem und sozialistischem Lager mit geprägt. Auch nach
Gründung der DDR beeinflußte die UdSSR die Entwicklung im Osten Deutschlands
ebenso weiter, wie dies in der Bundesrepublik durch die drei Westmächte
geschah. Die beiden deutschen Staaten nahmen bei den Systemauseinandersetzungen
im Interesse ihrer Führungsmächte Stellvertreterfunktionen wahr.
Die
Sowjetunion und die Führung der DDR erstrebten ein militärisch neutrales
Gesamtdeutschland außerhalb der bestehenden bzw. sich bildenden Militärblöcke.
Entsprechende den Westmächten unterbereitete Vorschläge, vor allem für den
Abschluß eines Friedensvertrages mit Gesamtdeutschland, die insbesondere die
sogenannte Stalinnote vom März 1952 enthielt blieben jedoch ungeprüft. Adenauer
und die Westmächte lehnten sie einfach ab. Die Bundesrepublik sollte durch den
sogenannten Generalvertrag, die Europäische Verteidigungsgemeinschaft und den
Vertrag über die Bildung der (West-)Europäischen Union remilitarisiert
und als wichtiger Partner in das sowjetfeindliche westliche Bündnis integriert
werden. Dieser Kurs zementierte die von westlicher Seite betriebene Spaltung
Deutschlands. Er schuf die reale Gefahr, daß der Kalte Krieg in einen heißen
überging. Dabei spielte ein Strategiewechsel der USA die entscheidende Rolle:
Sie versuchten, durch ein "roll back" die Einflußsphäre der UdSSR
einzuengen. Mit der Zündung einer Wasserstoffbombe erhöhten sie ihr
militärisches Drohpotential.
In
dieser Situation entschloß sich die SED-Führung 1952 im Einklang mit ihrem
Gründungsmanifest von 1946, in der DDR ausgehend von der antifaschistisch-demokratischen
Ordnung schrittweise die Grundlagen des Sozialismus zu schaffen. Nach Zögern
stimmte die sowjetische Führungsmacht diesem Vorhaben zu. Auf der 2.
Parteikonferenz der SED wurde beschlossen, mit der sozialistischen Entwicklung
in der DDR zu beginnen. Damit wurden weitgehende gesellschaftliche Veränderungen
eingeleitet, die beträchtliche Investitionen erforderten, darunter für
den Aufbau eigener Streitkräfte. Die DDR mußte sich zudem an den wachsenden
gemeinsamen Verteidigungslasten der osteuropäischen Staaten beteiligen. Sie
hatte aber auch weiter Reparationen zu leisten und Besatzungskosten zu tragen.
Der
ärmere deutsche Staat litt von Anbeginn stärker als die Bundesrepublik an den
durch die Spaltung bedingten Disproportionen der Volkswirtschaft: Ihm
fehlten fast alle wichtigen Rohstoffe. Die
Schwerindustrie
war unterentwickelt. Umfassende Demontagen und umfangreiche kostenlose
Lieferungen an die UdSSR aus der laufenden Produktion belasteten die
Wirtschaft. Die erhebliche Abwanderung von Akademikern, Facharbeitern und
anderen Fachkräften - zum Teil vom Westen gezielt abgeworben -
reduzierte das Arbeitskräftepotential. Außerdem entstanden durch
Wirtschaftskriminalität, Sabotage und Diversion große Verluste. Insgesamt
überforderte dies die Leistungsfähigkeit der DDR-Volkswirtschaft.
Die
staatlichen Pläne sahen dennoch Leistungssteigerungen vor, die letztlich nicht
realisierbar waren. Auf Kosten der Leicht- und Lebensmittelindustrie und damit
zu Lasten der Befriedigung des Bevölkerungsbedarfs wurden vorrangig die
Grundstoff- und Schwerindustrie
entwickelt. Ab Herbst 1952 erfolgten "wirtschaftspolitische Maßnahmen":
So wurden einige Preise für lebensnotwendige Güter erhöht, größere
Bevölkerungsgruppen erhielten keine Lebensmittelkarten mehr und waren allein
auf Läden mit HO-Preisen
angewiesen, für Freischaffende,
Handwerker, Gewerbetreibende und Großbauern wurden Steuern erhöht, gleichzeitig
traten bei der Kreditvergabe an sie Restriktionen in Kraft. Alle Bürger
erlebten als Folge gravierende Versorgungslücken. Der sich ausbreitende Unmut
wuchs, als statt vom tatsächlich erfolgenden Sozialabbau auch noch von einer
weiteren Verbesserung der Lebensverhältnisse gesprochen wurde.
Zusätzlich bot Stalins These, mit dem Aufbau des Sozialismus verstärke sich auch innerhalb des jeweiligen Landes der Klassenkampf, die Grundlage für administrative sowie sektiererische politische Praktiken. In den Beziehungen der SED zu den anderen Parteien und zu gesellschaftlichen Organisationen, in Volksbildung und Kultur sowie im Verhältnis des Staates zu den Kirchen wurde der Mangel an Demokratie besonders deutlich,
Als dann am 28. Mai 1953 auch noch administrativ die Arbeitsnormen für Industrie und Bauwesen um ca. 10 % angehoben wurden und die Arbeiter im Juni 1953 entsprechende Lohneinbußen erlebten, schlug die zunehmende Kritik in den folgenden Tage in offenen Protest um.
2.
Zwar
erkannten im späten Frühjahr 1953 die Verantwortlichen in der DDR und in der
UdSSR zunehmend die Brisanz der Lage - allerdings zu spät
und nicht in vollem Umfang. Es dauerte noch Wochen, ehe die notwendigen
Entscheidungen zwischen Berlin und Moskau abgestimmt waren. Am 11. Juni 1953
wurden dann unvermittelt die meisten vorher erfolgten Einschnitte in das
Lebensniveau der Bürger zurückgenommen. Über diese als "Neuer Kurs"
bezeichneten Änderungen waren viele Menschen erleichtert. Andererseits
herrschte wegen des abrupten Politikwechsels bei Mitgliedern der Parteien,
Mitarbeitern des Staatsapparates und vielen einfachen Bürgern große
Verunsicherung. Die Arbeiter in Industrie und Bauwesen verbitterte, daß die
verfügten Normerhöhungen zunächst nicht zurückgenommen wurden.
Antisozialistische
Kräfte im Land und außerhalb seiner Grenzen erblickten im Neuen Kurs ein
Zeichen der Schwäche der DDR und sahen eine Chance, die gespannte Situation für
ihre Ziele zu nutzen. Ihnen war die DDR von Anbeginn ein Dorn im Auge, den sie
unbedingt beseitigen wollten.
Am 15. Juni 1953 kam
es auf der Großbaustelle Stalinallee in Berlin - wo eine Musterwohnstraße
im Werden war - zu ersten offenen Protestaktionen. Nicht ganz zufällig
brach der Konflikt gerade hier aus, waren doch unter den Bauarbeitern nicht
wenige aus der Nazizeit Belastete. Sie mußten sich nach dem Krieg durch oft
ungewohnte Arbeit eine neue Existenz schaffen. Ihre Sympathie für die DDR hielt sich verständlicherweise in Grenzen.
Im Ergebnis
aufgeregter Debatten auf den einzelnen Baustellen wurde eine Delegation
beauftragt, Ministerpräsident Otto Grotewohl einen Brief mit der Forderung zu
überbringen, bis zum Mittag des 16. Juni die Normerhöhungen zurückzunehmen.
Am folgenden Morgen
erschienen im SED-Organ "Neues Deutschland" und in der
Gewerkschaftszeitung "Tribüne" Artikel, in denen die Normerhöhung
als richtig verteidigt wurde. Der Westberliner Rundfunksender RIAS berichtete
von Streiks der Bauarbeiter in der Stalinallee am Vortage. Beides heizte die
bereits aufs höchste gespannte Stimmung auf.
Während noch
kontrovers diskutiert wurde, ob man streiken solle oder nicht, bildete sich ein
Demonstrationszug. Er hatte das an der Staatsgrenze zu Westberlin gelegene
"Haus der Ministerien" zum Ziel. Im Verlauf des Marsches erhielten
die Bauarbeiter einigen Zulauf. Am Haus der Ministerien mischte sich unter die
Demonstranten, die einen Dialog forderten, eine größere Zahl aus Westberlin
eingeströmter Personen, Diese waren durch die westlichen Medien einseitig
informiert und zum Mitmachen aufgehetzt worden. Unter ihnen waren Provokateure,
die direkt von antisozialistischen Organisationen mobilisiert worden waren. Sie
verbreiteten Losungen wie "Freie Wahlen!" und "Nieder mit der
Regierung!". Bald dominierten solche Forderungen. Die Meldung der
DDRMedien
über die am selben Tag erfolgte Rücknahme der Normerhöhungen drang dagegen
nicht durch.
Im sich ausbreitenden
Durcheinander begannen Randale und Gewalttätigkeiten: DDR-Fahnen wurden
herabgerissen und verbrannt, Kioske angezündet,
Läden und öffentliche Gebäude gestürmt, geplündert und gebrandschatzt. Es kam
zu tätlichen Angriffen auf Mitglieder der SED und der FDJ, nur weil diese
Mitgliedsabzeichen bzw. Hemden ihrer Organisationen trugen. Schließlich wurden
auch Volkspolizisten angegriffen und beschossen, obwohl diese sich befehlsgemäß
zurückhielten und ihre mitgeführten Waffen nicht einsetzten.
Insbesondere
der Rundfunk im Amerikanischen Sektor (RIAS) fachte durch seine betont
aufreizende Berichterstattung die Randale an. Versuche der DDR-Führung,
über Einzelheiten des "Neuen Kurses" zu informieren, darunter eine
Parteiaktivtagung der SED am Abend des 16. Juni 1953 im Friedrichstadtpalast,
hatten wenig Erfolg. Rufe zur Besonnenheit verhalten weitgehend wirkungslos.
Am 17. Juni 1953 erfolgten nicht nur im Ostteil Berlins, sondern auch in weiteren Städten der DDR Arbeitsniederlegungen und Demonstrationen. Verschiedentlich kam es auch außerhalb Berlins zu gewalttätigen Ausschreitungen: Dienststellen der Volkspolizei., Gerichte, Haftanstalten und andere öffentliche Gebäude wurden gestürmt und verwüstet. Die Randalierer mißhandelten Bürger, nur weil diese sich ihnen entgegenstellten, und ermordeten mehrere Personen. In Einzelfällen wurden von der Justiz inhaftierte Kriminelle auf freien Fuß gesetzt.
Erst
als im Verlaufe des 17. Juni 1953 sowjetische Militärkommandanten zunächst
örtlich den Ausnahmezustand ausriefen und sowjetische Panzer auf die Straßen
Berlins und der übrigen betroffenen Städte rollten, endeten die Unruhen
schnell. Von den Sowjetbehörden wurde schließlich generell der Ausnahmezustand
verhängt. Die Sowjetarmee setzte zur Wiederherstellung der öffentlichen
Ordnung stellenweise Schußwaffen ein. Es gab einige Verletzte und auch Tote.
Viele
Anstifter und Beteiligte von Gewalttaten flüchteten in den Westen. Mehrere
tausend Tatbeteiligte wurden sofort bzw. in den folgenden Tagen und Wochen
inhaftiert und später von den Gerichten entsprechend ihrer individuellen Schuld
bestraft. Soweit bloße Mitläufer in Untersuchungshaft gekommen waren, die keine
oder nur geringfügige Schuld traf, sind diese später freigelassen worden.
Alle
unschuldigen Opfer der Ereignisse um den 17. Juni 1953 verdienen unser ehrendes
Gedenken.
3.
Insgesamt
beteiligten sich an den Protestaktionen im Juni 1953 in der DDR mehrere
hunderttausend Menschen. Der von westlicher Seite propagierte Generalstreik
blieb jedoch aus und erst recht ein angeblicher "Volksaufstand".
Daran ändert auch die bis heute immer wieder kolportierte gegenteilige
Behauptung westlicher Politiker, Historiker und ihrer Nachbeter nichts. Die
meisten DDR-Bürger blieben an ihren Arbeitsplätzen, in den Schulen und
Hörsälen. Nicht wenige übernahmen freiwillig zusätzliche Aufgaben zum Schutz
der gemeinsam nach dem Krieg geschaffenen Werte. Vielerorts wuchsen in der
folgenden Zeit aufgrund besonderen persönlichen Einsatzes die
Produktionsleistungen.
Andererseits
zeigen Umfang und Heftigkeit des Aufbegehrens so vieler Menschen gegen
Regierungsentscheidungen, daß die Bürger nicht länger bereit waren,
vorangegangene politische Fehler der SED-Führung und der DDR-Regierung
einfach zu tolerieren. Das Vertrauensverhältnis zwischen Bürgern und Staat litt
darunter, daß damals - und leider auch später - gesellschaftlich
notwendige Maßnahmen oftmals nicht demokratisch vorbereitet wurden. Die
Politiker überschätzten die Bereitschaft der Bevölkerung, den Aufbau der
Grundlagen des Sozialismus mit Einschränkungen des Lebensniveaus zu bezahlen.
Insofern war der 17. Juni 1953 ein Debakel für die SED und ihre ausgeprägt
administrative Leitung der Gesellschaft.
Indem
die UdSSR die ihr nach der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands
zustehenden und fortgeltenden Hoheitsrechte wahrnahm, verhinderte sie einen
Bürgerkrieg. Sie sicherte auch, daß damals nicht ganz Deutschland in das der
Sowjetunion feindlich gegenüberstehende Lager wechselte. Das trug objektiv zur
Bewahrung des Status quo in Europa und zur Sicherung des Frieden bei. Zugleich
verhinderten die Maßnahmen zum Schutz der DDR auf lange Zeit die Restauration
kapitalistischer Eigentums- und Machtverhältnisse im Osten Deutschlands.
Die
DDR-Führung zeigte 1953 große Unentschlossenheit und konnte deshalb die
Eskalation der Ereignisse nicht selbständig verhindern. Auf der folgenden ZK-Tagung
im Juli 1953 verzichtete das SED-Politbüro darauf, die Ursachen des
Geschehens gründlich zu analysieren und daraus Schlüsse für die weitere
gesellschaftliche Entwicklung zu ziehen. Mit der einseitigen Charakterisierung
der Unruhen als vom Westen initiierter Putschversuch sollte von der
Mitverantwortung für die Zuspitzung der gesellschaftlichen Situation in der DDR
abgelenkt werden. Die DDR-Führung war nicht bereit, sich selbst und dem
Volk gegenüber einzugestehen. daß sie teilweise die Interessen großer
Bevölkerungsgruppen mißachtet und über die Köpfe der Menschen hinweg regiert
hatte. Es gelang nicht ein Instrumentarium zur künftigen demokratischen Lösung
entwicklungsbedingter Probleme zu installieren, Die fehlerhafte Praxis, die DDR-Gesellschaft
im wesentlichen administrativ zu leiten, wurde bis zu deren Ende fortgesetzt.
Vielfach wurde auf ökonomisch notwendige Maßnahmen zur Erhöhung der betriebs-
und volkswirtschaftlichen Effektivität der Produktion vor allem
deshalb verzichtet, um der Bevölkerung nicht vorher entstandene Schwierigkeiten
und deren Ursachen offen erläutern zu müssen. Eine anhaltende Folge war, daß
entgegen durchaus vorhandener Erkenntnis die Diskrepanz zwischen steigendem Konsum und nicht mit ihm
schritthaltender Produktivität beinahe kontinuierlich anwuchs.
Seit dem Juni 1953
hatte die SED-Führung das unabdingbare Ziel, die innere und äußere
Sicherheit notfalls mit jedem nur denkbaren Aufwand zu gewährleisten. Eine
Wiederholung der damaligen Unruhen sollte unter allen Umständen ausgeschlossen
werden. Die Überwachung der Bürger und der Einsatz administrativ-repressiver
Mittel gegen Andersdenkende nahmen im Laufe
der Jahre eher noch zu. Es fehlte die durchgängige Einsicht. daß die
Bürger vor allem dann bereit waren, Initiative und Kreativität zu entwickeln,
wenn sie vorher demokratisch mit entschieden hatten.
Andererseits bleibt
unverrückbare Tatsache, daß gegnerische Kräfte im Westen zu keinem Zeitpunkt
darauf verzichteten. die DDR zu schwächen
mit dem Ziel, den ostdeutschen Staat zu beseitigen. Dazu gehörte auch, den DDR-Bürgern
durch die elektronischen Medien und in anderer Form täglich die wirtschaftliche
Überlegenheit des größeren und reicheren westdeutschen Teilstaates vorzuzeigen.
Dies wirkte als immerwährender Anreiz, das Verhältnis zum eigenen Staat in
Frage zu stellen.
Heutzutage bemühen
sich die Herrschenden, den früheren DDR-Bürgern alle positiven
Erinnerungen an fast 41 Jahre selbstgestaltetes Leben zu rauben. Deshalb
erfolgt eine umfassende Geschichtsklitterung. Sie soll vergessen machen, was
von der DDR trotz aller Fehler und Schwächen bleibt: Sie bürgte dafür, daß
während ihrer Existenz von deutschem Boden kein Krieg ausging, und bot ihren
Bürgern soziale Sicherheit.
Berlin, im
Februar 2003
Prof. Dr. Dr. Hermann
von Berg
Dr. Hannelore
Bernhardt
Prof. Dr. Heinz
Deutschland
Prof. Dr. Stefan
Doernberg
Dr. Sonja Eichhofer
Peter Feist
Prof. Dr. Gerhard
Fischer
Prof. Dr. Manfred
Gerlach
Manfred Hegner
Gisela Karau
Herbert Kelle
Prof. Dr. Adolf
Kossakowski
Erhard Lonscher
Dr. Günther Maleuda
Dr. Hans Modrow
Prof. Dr. Harry Nick
Prof. Dr. Heinz
Niernann
Dr. Klaus
Panster
Dr. Anita Rausch
Eberhard Rehling
Dr. Hans
Reichelt
Prof. Dr.
Wolfgang Richter
Friedrich Rische
Prof. Dr. Karl
Heinz Schulmeister
Dr. Wolfgang
Schwanitz
Prof. Dr.
Christa Uhlig
Rosel Walther
Dr. Hans Watzek
Prof. Dr. Günter
Wendel