Zwang die „Stasi“ Nicht-Schwangere zur Abtreibung?

 

Im „Neuen Deutschland“ vom 14. Mai 2011 (Andreas Fritsche: Alarm im Haftkrankenhaus) ist über das ehemalige Haftkrankenhaus, durch das neuerdings Besucher geführt werden, zu lesen: Die Fernsehansagerin Edda Schönherz hatte sich 1974 bei einem Urlaub in Ungarn in der BRD-Botschaft erkundigt, wie sie die DDR verlassen könnte. Sie kam daraufhin einige Monate zur Untersuchungshaft nach Hohenschönhausen. Weil die Regelblutung ausblieb, wurde sie im Krankenhaus untersucht. Man habe ihr Abtreibungsmittel verabreicht, erzählt sie. »Es wurde nicht gesagt, welches Medikament und warum. Man musste schlucken Schwanger sei sie aber gar nicht gewesen.“

 

Nun ließe sich alles aufklären, da in der Krankenakte der Frau Schönherz sicherlich Diagnose, verabreichte Medikamente, die Art der Behandlung und ihr Ergebnis dokumentiert sind.

„Die Stasi-Unterlagenbehörde gibt die sensiblen Krankenakten nur frei, wenn die damaligen Patienten zustimmen. So konnten Wissenschaftler bislang nur wenige Krankenakten studieren.“ Die Gedenkstätte müsse allerdings einräumen, „dass die Forschung erst am Anfang stehe.“

 

Bereits am Anfang dieser Forschung scheint aber bereits festzustehen: „Viele Krankenhausmitarbeiter seien ideologisch zuverlässig gewesen, »ihre medizinische Ausbildung war jedoch unzureichend«.“

 

Hat überhaupt jemand Interesse an der Erforschung der Wahrheit, an nachprüfbaren Fakten? Sind nicht gerade Ungewissheiten und Spekulationen der Stoff aus dem Horrorgeschichten gestrickt werden?

Wahrheit und Seriosität sind nichts anderes als geschäftsschädigende Elemente für ein Gruselkabinett, wie es in Berlin-Hohenschönhausen unterhalten wird.

 

W. S.

10.05.2001