Mehr als 18 Jahre Gehirnwäsche – und nun das:
Ergebnis einer Umfrage der MDR-Sendung Fakt vom 07.04.2008
mit 15.500 Zuschauern.
Die für Knabe, Birthler & Co, verpulverten Milliarden,
die einseitige Reduzierung der DDR auf Mauer (Steigerung: Mauertote)
oder Stasi (Steigerung: Stasi-Knast) zeigen offenbar nicht die erwünschte
Wirkung. Dafür ist noch nicht einmal die PDS/Linkspartei verantwortlich zu
machen, deren Verhältnis zur DDR durch Entschuldigungen bestimmt ist.
Um nicht missverstanden zu werden: wer ernsthaft
sozialistische Ideen verfolgt, kommt um die Erfahrungen der DDR nicht herum und
zwar sowohl im negativen als auch im positiven Sinn. Fehler der DDR
anzuerkennen heißt nicht, DDR-Erfahrungen pauschal zu
verdammen und damit auch jene Seiten, die erlebbar eine Alternative zum
jetzigen System geboten haben.
Das ist offenbar in den Lebenserfahrungen vieler ehemaliger
DDR-Bürger unauslöschbar verankert und angesichts der Konfrontation mit der
heutigen Gesellschaft für viele von höchster Aktualität.
Welche Schlussfolgerungen ziehen aber jene aus solchen
Umfragen, die in gut bezahlten Jobs die Verteufelung der DDR betreiben?
Akzeptieren sie, dass ihr Propaganda-Rezept wie einst die Erfolgspropaganda der
SED zum Scheitern verurteilt ist, weil es den Erfahrungen der Mehrheit der
Bevölkerung widerspricht und dadurch unglaubwürdig ist?
Offenbar nicht! Ankurbelung von Stasi-Hysterie ist angesagt.
Mehr als 18 Jahre nach der Wende wird für ehemalige haupt- und ehrenamtliche
Mitarbeiter des MfS der öffentliche Pranger eingeführt, Veranstaltungen werden
durch Kündigung der Räume de facto verboten und die Einschüchterung mit der
„Stasi-Keule“ wird von den meinungsbildenden Medien forciert. So wie einst der
Arisierungsnachweis notwendig war, um seine Zugehörigkeit zur deutschen
Volksgemeinschaft zu beweisen, sehen sich Politiker und Vereine genötigt
nachzuweisen, dass sie keine „Stasi-Stadträte“ oder keine „Stasi-Vereine“ sind.
Der Satiriker Matthias Wedel beschrieb das in der „jungen Welt" vom 1. Dezember 2006 so: „Das Böse ist natürlich - seitdem es die Gestapo nicht mehr gibt und weil die Existenz Satans nicht zweifelsfrei bewiesen ist - die Staatssicherheit. Sie hat in den letzten 16 Jahren so viele Verbrechen begangen wie in all den Jahren zuvor nicht. Auch zahlreiche psychische Zerrüttungen seit der Einführung des Euro und der letzten Umstellung auf die Winterzeit - früher für normale Herbstdepressionen gehalten - gehen aufs Stasikonto. Die Stasi selber hat dazu keinen wesentlichen Beitrag mehr leisten können, dafür aber die Organe, die sie offenbar fest im Griff hat - Spiegel, Bild, Focus und Super-Illu. Auf diese Weise konnte das MfS nicht nur glauben machen, dass es weiter existiert, sondern fortgesetzt Angst und Schrecken säen."
Wolfgang Schmidt
09.04.2008