Koalitionsfrage in NRW: War die „Stasi“ legitim?

 

Die neu gewählten Abgeordneten der Partei DIE LINKE in NRW waren gut beraten, der inquisitorischen Frage „War die Stasi legitim?“ auszuweichen. Als DDR-nostalgisch und linksextrem wurden sie dennoch abgemalt.

(Siehe: „Report Mainz“ am 10. Mai 2010, 20:00 Uhr).

Schon einmal hatte es geklappt. Die niedersächsische Landtagsabgeordnete Christel Wegner (DKP) hatte laut darüber nachgedacht, dass eine künftige sozialistische Revolution sich wohl auch schützen müsse. Als „Stasi“-Verharmloserin verlor sie danach ihren Platz in der Landtagsfraktion der Partei DIE LINKE, auf deren Liste sie kandidiert hatte. Merke: Aufgestellte Geßler-Hüte gehören gefälligst gegrüßt! Der geBILDete Zuschauer erwartet das.

Wird mit dieser neu aufgelegten Medien-Masche aber die SPD-Spitzenfrau Hannelore Kraft zu bewegen sein, eine große Koalition oder gar ein Ampel-Bündnis mit der FDP einzugehen? Schau’n wir mal!

Zwischenzeitlich besteht eine weitere Möglichkeit, sich unabhängig von BILD und der „Gedenkstätte Hohenschönhausen“ über die „Stasi“ zu informieren. Seit Februar dieses Jahres ist das Buch „Fragen an das MfS. Auskünfte über eine Behörde“ (edition ost Berlin, 17.95 €) im Buchhandel erhältlich. (Siehe auch unsere Rubrik „Lesen bildet“)

W.S.

12.05.2010

 

Siehe auch: "Report Mainz" geht Satiriker auf den Leim (ND vom 15.05.2010) 

 

Nun ist es also geschafft. Die Errichtung des Sozialismus in den Farben der DDR konnte für NRW verhindert werden. Das hatte zwar niemand im Wahlkampf oder in den Koalitionsverhandlungen gefordert. Dafür aber stand das "Demokratieverständnis" DER LINKEN auf dem Prüfstand, weil sie sich nicht ausreichend von der DDR distanziert hätten. Jetzt werden die Wähler vermutlich durch die Bildung einer angeblich nicht zu verhindernden "Großen Koalition" betrogen. Aber mit "Demokratieverständnis" hat das natürlich nichts zu tun.