TAZ fordert Internet-Zensur
Die „Tageszeitung“ ist empört. Ex-Funktionsträger würden die DDR im Internet verklären, behauptet Timo Hoffmann in einem am 03.12.2008 erschienenen Artikel, ohne dafür Sachargumente anführen zu können. Er verschärft lediglich das übliche Totschlagargument von der angeblichen Verhöhnung und Beleidigung der Opfer. Traumatisiert würden sich diese fühlen von Web-Seiten wie der des Insiderkomitees oder der Grenztruppen der DDR.
Zitiert wird u. a. der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger. Dieser habe sich totgelacht über die betreffenden Internet-Seiten. Es sei der Preis der Freiheit, dass dieser Unsinn verbreitet werden dürfe. Dennoch plädiert er dafür, zu prüfen, ob Suchmaschinenbetreiber den Einfluss dieser Seiten begrenzen können. „Es wäre sicherlich sinnvoll, mit Google einmal darüber zu sprechen, ob sie solche Seiten im Ranking herabstufen können, sodass sinnvolle Bildungsangebote zuerst angezeigt werden“.
Die TAZ nahm diese Anregung auf. Das Ergebnis beschreibt Timo Hoffmann wie folgt: „ Auf eine entsprechende Nachfrage der TAZ reagierte Google ablehnend. >Unsere Aufgabe liegt darin, Inhalte auffindbar zu machen, nicht jedoch sie nach subjektiven Maßstäben inhaltlich einzuordnen, geschmacklich zu bewerten oder gar zu zensieren< sagte Sprecher Kay Oberbeck. Webseiten mit illegalen Äußerungen würden aus dem Suchindex entfernt… Alles Weitere sei Aufgabe des Gesetzgebers >aber sicherlich nicht die eines Technologieanbieters wie Google<“
Die auch als „Kinder-FAZ“ oder das „ausgelagerte Volontariat der Monopolpresse“ bezeichnete TAZ wird solchen Einstufungen mit dem o. g. Artikel voll gerecht. Nachdem die politisch etablierten ehem. Bürgerrechtler der DDR ihre pazifistischen Wurzeln längst verraten haben, bemühen sie sich jetzt offenbar auch darum, ihre einstige Forderung von der Freiheit für Andersdenkende als Geschwätz von gestern abzuqualifizieren.
Wolfgang Schmidt
06.12.2008