Kronzeuge Karl May und der Psychoterror der Handlanger Erich Mielkes

 

Nicht nur der „Regierende“ auch eine kleine Gruppe von ISOR e.V. besuchte am 07.07.2004 nachmittags die „Gedenkstätte Hohenschönhausen“. Sie schloss sich einer Führung an und konnte so auch die Hauptattraktion der Gedenkstätte, die nachträglich eingebauten, angeblich „rekonstruierten“ Wasserfolterzellen bewundern. Besonders beeindruckend: ein Tropfgefäß aus dem in Abständen Wassertropfen auf den Kopf eines knienden Häftlings getropft sein sollen. Unser Führer, Herr Peter Hellström erklärte hierzu, dass schon Karl May beschrieben habe, wie Menschen durch dieses Tropfen in den Wahnsinn getrieben worden seien. Die entsprechenden Häftlinge hätten dann jedes vorgelegte Geständnis unterschrieben. Was ihm vermutlich unwichtig erschien war, dass die Bücher von Karl May allesamt dessen Phantasie entsprungen sind. Ob jemand auf diese Weise also tatsächlich wahnsinnig wird, ist noch nicht erprobt. Er konnte auch keinen einzigen Zeugen benennen, der dieser Tourtour ausgesetzt worden sein will. Die Folteropfer seien allesamt traumatisiert bzw. „kaputt“ gemacht und könnten so nicht über die Folterungen sprechen. Den Einwand, dass KZ-Häftlinge doch auch über Folterungen gesprochen hätten, ließ er  nicht gelten. So wird wohl Karl May auch weiterhin der wichtigste Zeuge für seine Gräuelmärchen bleiben. Vielleicht kann man die Gedenkstätte Hohenschönhausen auch in Karl-May-Stätte umbenennen.

Wolfgang Schmidt

 

Ein notwendiger Nachtrag

 

Unter der Überschrift "Psycho-Terror in der Stasi-Gedenkstätte" äußerste sich der Leiter dieser Einrichtung, Hubertus Knabe, "über boshafte Störungen in der Ausstellung" ("BILD-Zeitung vom 09.07.2004, Seite 6 )

In dem Beitrag von Hildburg Bruns wird u. a. behauptet: "Die Handlanger von Stasi-Chef Erich Mielke - sie kennen keine Tabus. In der Gedenkstätte Hohenschönhausen mischen sie sich immer häufiger unter Besucher-Gruppen, beschimpfen beim Rundgang die Führer - ihre Opfer von damals. Berlins Regierender Klaus Wowereit, (50, SPD) erlebte es hautnah und ist empört: "Das ist Psycho-Terror". Peter Hellström (61, saß wegen eines Briefes 20 Monate) zitterten die Hände, die Stimme: "Diesmal waren es gleich drei ... Sie haben mich immer wieder unterbrochen, geschimpft: Alles Lüge, unglaubwürdige Zeugen..."

Nun haben sich fünf ISOR-Freunde nicht unter eine Gruppe "gemischt", sondern sich einer offiziellen und öffentlichen Führung angeschlossen, Sie sind auch nicht "hautnah" an den "Regierenden" gekommen, sondern haben von ihm und seinem Tross respektvoll Abstand gehalten. Sie haben Herrn Hellström auch nicht beschimpft - das Wort Lüge oder unglaubwürdige Zeugen ist kein einziges Mal gefallen - sondern sind seiner Aufforderung gefolgt, jederzeit an ihn Fragen zu richten, die er gern beantworten wolle. Von Zeugen war nur einmal die Rede und zwar in dem Sinne, dass - von Herrn Hellström bestätigt - bisher keine Zeugen für die Wasserfolter a la Karl May benannt werden können. ( siehe oben )

Und hier die vollständige Auflistung der als Psycho-Terror gewerteten Fragen an Herrn Hellström:

- ob er denn nach seiner Haft sein Diplom-Verfahren in der DDR habe abschließen können - er konnte;

- ob er denn ernsthaft glaube, dass es in der Alt-BRD keine Postkontrolle gegeben habe - seiner Auffassung nach nur mit richterlicher Genehmigung;

- (Bezug nehmend auf seine Behauptung, die Gesetze der DDR hätten nur den Staat geschützt und die Persönlichkeitsrechte missachtet) ob denn die Aufklärung von Morden in der DDR nicht auch dem Schutz der Persönlichkeit gedient habe - von ihm ignoriert;

- von welcher Zeit er bei seinen Schilderungen von Wasserfolter spreche - bis 1953;

- was er von den aktuellen Meldungen über US-amerikanische Folterungen halte - hier hätten Demokratie und Rechtsstaat versagt;

- (auf seine definitive Behauptung, Häftlinge wie Fuchs, Pannach und Bahro seien vom MfS verstrahlt worden und daraufhin an Krebs verstorben) was er denn dazu sage, dass die Staatsanwaltschaft Gera in dieser Sache ermittelt habe, keine Beweise gefunden und auch ein Gutachten präsentiert habe, wonach die Dosis der Strahlung der für die Untersuchung von Asservaten eingesetzten Röntgengeräte zu gering gewesen sei, um gesundheitlichen Schäden hervorzurufen - das MfS habe darauf abgestellt, dass nichts nachweisbar sei;

- (nachdem er die sog. Gummizelle als Arrestzelle vorgestellt hatte) ob denn die Schilderung von Frau Paul im Fernsehen, sie habe hier Blut und Erbrochenes wegwischen müssen und dabei auch eine Fesseljacke gesehen, nicht auf ein psychiatrisches Problem hinweise, die Gummizelle also wie in anderen Gefängnissen auch, zur Beruhigung tobender Häftlinge z.B. bei Entzugserscheinungen gedient habe - in der DDR habe es keine Drogen und demnach auch keine Entzugserscheinungen gegeben;

- es habe aber hier inhaftierte drogenabhängige Schleuser aus dem Westen gegeben - ohne Antwort:

- ob er nicht 24 Stunden nach seiner Festnahme einem Haftrichter vorgeführt worden sei - er wurde;

- (mit Blick auf den sog. Grotewohl-Express) es seien damit doch überhaupt keine Untersuchungshäftlinge des MfS befördert worden - als U-Häftlinge nicht, sondern nach der Verurteilung im Strafvollzug des MdI;

 

Urteilen Sie selbst!

 

Wolfgang Schmidt

 

Vergleiche auch: "Beweise" für Folter seitens des MfS

Vergleiche auch: Endlich gefunden: Originalvorlage für die in der "Gedenkstätte Hohenschönhausen" angeblich rekonstruierten Folterzellen.

Bubenstück "Grotewohl-Express" (Prof. Dr. Horst Schneider in "RotFuchs"/ Juli 2004)

Prof. Dr. Horst Schneider zur MDR-Sendung vom 10.11.2004 "Zentrale des Terrors"