Hubertus Knabe (Hg.) „Aufbruch in eine andere DDR. Reformer
und Oppositionelle zur Zukunft ihres Landes.“
(Rowohlt-Verlag Hamburg, Dezember 1989, Seite 19)
Auffällig ist, daß die meisten der hier
versammelten Beiträge in einem Punkt weitgehend Übereinstimmung zeigen: Die DDR
soll entgegen den Wünschen manches Bonner Politikers nicht von der Landkarte
verschwinden und sie sollte eine sozialistisch inspirierte Alternative zur
Konsumgesellschaft in der Bundesrepublik bilden. Daraus folgt ein stark
empfundenes Verantwortungsbewußtsein für eine stabile
DDR, das selbst vor unpopulärer Kritik wie der an der überstürzten Öffnung der
Grenzen nicht zurückschreckt. Anders als in
den anderen Warschauer-Pakt-Staaten ist bei vielen DDR-Oppositionellen die antikapitalistische, linke
Orientierung so stark, daß man sich manchmal
wundert, warum die SED diese so hartnäckig bekämpft
hat.