Opfer des Stalinismus: Otto Emil Runge, Beihelfer zum Mord an Rosa Luxemburg

 

Wie Harald Wessel in der „jungen Welt“ vom 13./14.01.2007 berichtete, wurde Otto Emil Runge alias Wilhelm Radloff Ende Mai 1945 von der sowjetischen Geheimpolizei festgenommen.

Erpicht auf eine finanzielle Belohnung hatte Runge am 15. Januar 1919 die widerrechtlich inhaftierte Rosa Luxemburg am Eden-Hotel erwartet und mit seinem Gewehrkolben bewusstlos geschlagen, bevor sie von seinen Mordkomplizen erschossen und in den Landwehrkanal geworfen worden war.

Zuvor hatte er auch auf Karl Liebknecht eingeschlagen.

Inhaftiert wurde Runge im damaligen „NKWD-Keller“ in der Fröbelstraße in Prenzlauer Berg, im Haus 3, wo heute das Pankower Sozialamt seinen  Sitz hat.

Den dort von sowjetischen Behörden und Anfang der 50er Jahre vom MfS Inhaftierten wird an dieser Stelle mit einem Fries aus schwarz glänzendem Kunststoff und einer Ausstellung gedacht. Öffentlich gefragt wird zwar: "Wer verschwand im Keller?" Eine der geschichtlichen Wahrheit nahekommende Antwort wird aber nicht gegeben und auch von Runge erfährt man nichts.(Vgl. unser Beitrag Denkzeichen oder Geschichtsklitterung?)

Die jetzige Berliner Staatssekretärin Almuth Nehring-Venus (Linkspartei) hatte sich bei der Eröffnung der genannten Ausstellung am 30. November 2006 (ganz vorsichtig) eine differenziertere Darstellung gewünscht. Sie meinte z.B., dass die Spaltung Deutschlands doch nicht allein der SED und der Sowjetunion anzulasten sei. Dafür wird sie noch heute angegiftet und in der„Morgenpost“ vom 14.01.2007 wird ihre Äußerung sogar in die Nähe zum Terrorismus gerückt.

Runge jedenfalls wurde noch im Juni 1945 aus Berlin abtransportiert und hat vermutlich den Transport in den Osten nicht überlebt.

Der in der Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde implantierte Stein zum zu Ehren der Opfer des Stalinismus eröffnet nun die Möglichkeit, Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg und einen ihrer Mörder gleichermaßen zu gedenken.