Der Schauspieler Henry Hübchen äußerste sich im „Stern“ Nr. 22/2006:

„… Wie fanden Sie den Stasi-Film „Das Leben der Anderen", der ja im Theatermilieu spielt?

 

Das ist eine rührselige Politschmonzette und erinnert mich an das 50er-Jahre DDR-Arbeiterepos   „Ernst   Thälmann - Sohn seiner Klasse", das auch in den Schulen gezeigt wurde, nur mit umgekehrtem Vorzeichen. Ich möchte den Umgang   mit   neuester deutscher Geschichte nicht   amerikanisch  als Märchen erzählt bekommen. Der Film ist offenbar schlecht recherchiert, wo sogar noch der Schriftsteller und Dramatiker Christoph Hein, der den Regisseur von den größten Dummheiten abhalten wollte, zum Alibi-Berater ernannt wurde. Hätte man den Bösen im Film Teufelshörner und einen Pferdefuß verpasst und den Guten blonde Perücken, so wäre das wenigstens eine ehrliche Konsequenz gewesen.

 

Ulrich Mühe sagt, er habe noch nie ein so tolles Buch über die DDR gelesen.

 

Offensichtlich hat er die Bücher von Heiner Müller nicht gelesen, der sich wahrscheinlich gerade im Grab umdreht.

 

Was soll das heißen?
 

Was ich sage. Ulrich Mühe hat sich als politischer Schauspieler geoutet, was ja sehr ehrenwert ist. Gleichzeitig gefällt er sich in einer Betroffenheitspose, indem er über eine seiner ehemaligen Frauen berichtet, sie sei IM bei der Stasi gewesen, was nicht bewiesen ist. Dabei erwähnt er die große Angst, die ihn gepackt hätte, allein durch die Nähe zu dieser Frau in der Öffentlichkeit als Stasi-infiziert zu gelten. Daran, dass unser ängstlicher Held so eine Denunziation genau in dem Moment rauszieht, in dem der Film verkauft werden soll, sehen Sie doch schon, was der unter Politik versteht und wie wenig ihn Ängste anderer interessieren. Und das mit dem Wissen, dass diese Frau todkrank ist. Das ist eine Art von Moral, die mir überhaupt nicht gefällt…“